PÄFF Schankwirtschaft - eine Kölner Institution

Die PÄFF Bar und Schankwirtschaft findet sich seit eh und je im Herzen Kölns – mitten im Friesenviertel. Schon von Weitem ist die überdimensionale  und unverwechselbare PÄFF Rekame an der Fassade  zu erkennen. Für viele Generationen das Tanzlokal in Köln schlechthin, hat es sich einst in den 70ern als Jazzclub etabliert. Hier gibt es die seltene Gelegenheit frisches Päffgen Kölsch zu genießen – direkt aus der Brauerei von nebenan! Viele halten es für das beste Bier der Stadt. Doch es ist nicht einfach zu bekommen, denn man kriegt es nur frisch vom Fass.

PÄFF in den 70er Jahren

 

Ab 1970 entwick­el­ten sich Päff und Päff Art Club von Gün­ter Päf­f­gen Am Friesen­wall zu einem freigeisti­gen Forum des Avantgarde-Jazz. Man­fred Hoss stand hier Päf­f­gen bei der Pro­gramgestal­tung zur Seite. Der schlauch­för­mige Raum des Päff, der etwa ein­hun­dert Besucher faßte, gele­gentlich aber sehr viel mehr beherbergte, bot nicht ger­ade opti­male Auf­führungs­be­din­gun­gen. Seine Akustik war dem Klang eines Übungskellers ähn­lich, und das Klavier war — den erhal­te­nen Auf­nah­men zufolge — in bemitlei­denswerten Zus­tand. Der darunter liegende Päff Art Club war tat­säch­lich ein Keller, unter dessen niedri­gen Stahlträgern sich die Atmo­sphäre einer eige­nar­ti­gen Sub­kul­tur entwick­elte, die manchem Konz­ert dur­chaus zuträglich war. Es gab nur wenige Konz­erte und einige Ausstel­lun­gen von Malerei. Denn die Feuer­wehr machte dem Club nach eini­gen Monaten ein Ende, weil es keine hin­re­ichen­den Fluchtwege gab.Das Päff ver­fügte über einen fes­ten Stamm von Enthu­si­as­ten, die das Unternehmen bis 1977 tru­gen. Es bot einen sub­ver­siv wirk­enden Jazz, der die Intellek­tuellen der 68er Gen­er­a­tion ansprach. Die junge Konz­ertver­anstal­terin Vera Bran­des war häfig Gast und brachte eigene Grup­pen in das Päff. Auch der Bon­ner Bib­lio­thekar und Free Jazz-Fan Bernd Lüssem zählte zu den regelmäßi­gen Besuch­ern. Dank ihm sind Ton­doku­mente eines stilis­tisch vielfälti­gen Free Jazz über­liefert. Über dem Päff lebten Lis und Hans-Martin Müller. Müller, Berg­baus­tu­dent und Flötist, war nicht nur regelmäßiger Besucher der Konz­erte, son­dern gab dort auch 1971 mit seiner Gruppe Schacht IV eines der ersten Konz­erte. Für Müller sind die Ver­anstal­tun­gen eng an ihre geistige und poli­tis­che Umge­bung gebun­den gewe­sen.               “Das Päff war meis­tens voll. Köln war ja damals Dias­pora. Es gab den Sub­way, und dann auch das Päff, und das machte eine Musik, die damals eine ganz anderen Stel­len­wert hatte, einen poli­tis­chen Stel­len­wert. Es war die 68er Gen­er­a­tion, die dahin­ter stand, auch hin­ter einer Per­son wie Peter Brötz­mann, der zur poli­tis­chen Figur wurde. Es ging um die Befreiung von am

erikanis­chen Bop– und Mainstream-Gedanken. Es war eine extrem europäis­che Musik, die von Intellek­tuellen sehr angenom­men wurde. Das waren poli­tis­che Meet­ings. Die Musik ist dann irgend­wann, wie alles der 68er Bewe­gung, vere­innnahmt wor­den, hat auch den poli­tis­chen Gehalt ver­loren. Aber die Konz­erte waren damals voll.”(…) 

Die Dream Band spielte drei Stücke, genauer gesagt: sie impro­visierte zwei Stun­den, die zweimal unter­brochen wur­den. Die Pausen mußten sein, denn während der Pausen wurde das Essen serviert — das Päff war für seine Cherry-Nieren wei­thin bekannt. (…)

Ab 1976 wur­den die Konz­erte unregelmäßiger, und 1977 liefen sie aus. 1978 gab Gün­ter Päf­f­gen sein Lokal auf, weil der U-Bahn-Bau das Päff vom Köl­ner Leben isolierte und das Friesenplatz-Viertel regel­recht lahm­legte. Müller, der ein Jahrzehnt später seinen eige­nen Konz­er­traum Loft eröffnete, räumt ein: Das Päff war der richtige Ort am falschen Platz. Die Umge­bung war voller Zuhäl­ter und Lokale mit halb­sei­denem Pub­likum. Am Klap­per­hof war der aktive Autostrich. Das war keine Umge­bung für ein intellek­tuelles Jazz-Lokal.”

Auszug aus dem Buch “Jazz in Köln“, von Zahn, Emons Verlag

Direk um die Ecke der Friesenstraße ist das Päff zu finden.

Päffgen Kölsch

Seit 1883 wird in der Haus­brauerei Päf­f­gen auf der Friesen­straße das beliebte Päf­f­gen Kölsch gebraut und ausgeschenkt. Das Brauhaus gilt als Kölner Wahrzeichen. Dort eingekehrt, wird man seit eh und jeh von Köbessen mit der typ­ischen schroffen aber herzlichen Art bedi­ent.

Päffgen Kölsch gilt auch in Köln als Rarität da es in wenigen und ausgewählten Kneipen - ausschließlich frisch vom Fass - ausgeschenkt wird. Das PÄFF befindet sich direkt um die Ecke vom Brauhaus und wird durch den gemeinsamen Hinterhof von der Brauerei beliefert.

Mehr zum Thema Päf­f­gen: www.paeffgen-koelsch.de